Die Exklave Eiskeller war eine der seltsamsten geografischen Kuriositäten des Kalten Krieges. Drei West-Berliner Gehöfte, die mit der Hauptstadt nur durch einen gerade einmal vier Meter breiten und 800 Meter langen Korridor verbunden waren, wurden zu einer Insel der Freiheit, umgeben von DDR-Gebiet.
Der Name „Eiskeller“ rührt von dem ungewöhnlich kalten Mikroklima des Gebiets her, das durch eine natürliche Senke verursacht wird, in der sich Kaltluft staut. Die Temperaturen können hier bis zu 10 Grad Celsius niedriger sein als im übrigen Berlin, was den Ort zur kältesten Stelle der Stadt macht.
Der Junge behauptete, 1961 auf dem Weg zur Schule von Volkspolizisten aufgehalten worden zu sein und (Foto: Assenmacher (reproduction))
Weltberühmt wurde die Exklave durch ein Foto aus dem Jahr 1961, kurz nach dem Mauerbau. Es zeigte den 12-jährigen Erwin Schabe, der auf dem Weg zur Schule von der DDR-Grenzpolizei angehalten wurde. Das Bild eines von bewaffneten Posten konfrontierten Kindes ging um die Welt und wurde zu einem der ikonischen Bilder des Kalten Krieges.
In ihrer Blütezeit lebten nur etwa ein Dutzend Menschen in der Exklave Eiskeller. Um das übrige West-Berlin zu erreichen, mussten sie den schmalen, auf beiden Seiten eingezäunten Korridor durchqueren. Die britische Militärpolizei war präsent, um den Zugang sicherzustellen. Heute ist das Gebiet eine Erholungs- und Grünfläche, und der Korridorweg ist Teil des Berliner Mauerwegs.
Verbindungsweg zur Exklave. Das Foto wurde auf einer öffentlich zugänglichen Informationsstele der R (Foto: Assenmacher)