65 Jahre Mauerbau: Gedenken und Programm, 13.-16. August 2026
19 Juli , 2026 Veranstaltungsdetails zuletzt geprüft am 9. Aug. 2026
Am 13. August 2026 jährt sich der Beginn des Mauerbaus zum 65. Mal. In den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 rollten Einheiten der DDR Stacheldraht aus und postierten Wachen entlang der Grenze zu West-Berlin. Was über Nacht als Drahtsperre begann, wurde in den folgenden Monaten und Jahren zur Betonmauer, die die Stadt 28 Jahre lang teilen sollte.
Zum 65. Jahrestag richten die Stiftung Berliner Mauer und Kulturprojekte Berlin gemeinsam mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vom 13. bis 16. August 2026 ein stadtweites Programm unter dem Titel „65 Jahre Mauerbau“ aus.
Das Programm zum 65. Jahrestag
Der zentrale Gedenkakt findet am 13. August an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße statt, dem Ort, der den letzten Abschnitt des Grenzstreifens in seiner ursprünglichen Tiefe bewahrt. Rund um den Jahrestag verbindet das Programm Orte auf beiden Seiten der einstigen Teilung:
Am Brandenburger Tor stellt die Open-Air-Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961-1990“ historische Fotografien dem Ort gegenüber, an dem die Mauer einst verlief, ergänzt durch die Installation „vi|ew“ des Künstlers Hubertus Hamm.
Ein thematischer Weg verbindet das Brandenburger Tor mit der Gedenkstätte, vorbei an den S-Bahn-Geisterbahnhöfen und dem Grenzbahnhof Friedrichstraße, und zeigt, wie die Mauer den Alltag der Stadt zerschnitt.
An der Gedenkstätte erzählt die Sonderausstellung Wo Kolibris schwimmen (24. Juni bis 20. September 2026) von Fluchten über die Ostsee und verbindet die Kunst von Marie Jeschke mit Objekten aus der Sammlung der Stiftung. Sonderführungen und Workshops finden über das Jahrestagswochenende statt.
Der zentrale Gedenkakt an der Kapelle der Versöhnung der Gedenkstätte am 13. August umfasst eine Andacht, Zeitzeugengespräche und eine Kranzniederlegung sowie die Lesung „140 Menschen, 140 Namen“, die an alle Todesopfer an der Mauer erinnert.
In der ganzen Stadt füllen vier Tage mit Führungen, Konzerten, Filmvorführungen und Zeitzeugengesprächen das Programm. Zu den Höhepunkten zählen die Tour „Underground to Freedom“ der Berliner Unterwelten durch einen originalen Fluchttunnel, begleitet von den Menschen, die ihn gruben (13.-15. August, ab 15 Uhr), die Lesung „Mauerpogo. Aufbruch, Punk und Widerstand“ über den Punk in der DDR (14. August) sowie Konzerte am Brandenburger Tor von Masha Qrella und hackedepicciotto (13. August).
Partnerorte ergänzen weitere Perspektiven: das Stasimuseum zeigt einen Vortrag über einen tödlichen Fluchtversuch (12. August), eine Open-Air-Führung zu den „Geisterbahnhöfen“ umrundet den Nordbahnhof (15. August), und das Panorama der geteilten Stadt von Yadegar Asisi bietet täglich kurze Führungen.
Am 13. August läuft das stadtweite Programm von 10 bis 22 Uhr. Die Open-Air-Ausstellung am Brandenburger Tor und das Außengelände der Gedenkstätte in der Bernauer Straße sind zu jeder Stunde zugänglich (die Installation am Brandenburger Tor ist am 15. August wegen der Rave-the-Planet-Parade geschlossen und dafür am 17. August, nach dem Hauptprogramm, geöffnet), das Besucher- und das Dokumentationszentrum haben von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der zentrale Gedenkakt findet an diesem Tag von 10:00 bis 11:15 Uhr statt, in zwei Teilen. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hält die Rede in der Kapelle der Versöhnung (10:00 bis 10:30 Uhr), gemeinsam mit den Zeitzeugen Jörg und Franz Hildebrandt – dem Sohn und dem Urenkel von Pfarrer Helmut Hildebrandt, der 1961 den letzten Gottesdienst in der Versöhnungskirche leitete. Anschließend werden am Denkmal Bernauer Straße, Ecke Ackerstraße, Kränze zum Gedenken an die Teilung der Stadt und die Opfer der Mauer niedergelegt; erwartet werden unter anderem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Die Veranstaltung in der Kapelle ist geladenen Gästen vorbehalten, wird aber per Livestream auf den Vorplatz übertragen, wo alle zusehen können – dafür ist eine Anmeldung per Mail bei der Stiftung Berliner Mauer nötig ([email protected]); die Kranzniederlegung am Denkmal findet unter freiem Himmel statt. Das öffentliche Programm – die Lesungen in der Kapelle der Versöhnung, das Außengelände der Gedenkstätte und die Ausstellungen sowie Führungen – läuft über den ganzen Tag (10 bis 22 Uhr).
Das vollständige Programm, Tag für Tag
Das stadtweite Programm findet vor allem vom 13. bis 16. August 2026 statt, mit einzelnen Terminen davor und danach. Angegeben sind die Anfangszeiten. (Die Installation am Brandenburger Tor ist am 15. August wegen der Rave-the-Planet-Parade geschlossen und dafür am 17. August geöffnet.)
Laufende Ausstellungen
Wo Kolibris schwimmen – Fluchten über die Ostsee (24. Juni bis 20. September), Gedenkstätte Berliner Mauer
Mauerblicke. Berlin 1961-1990 – Open-Air-Ausstellung mit der räumlichen Intervention „Installation“, Brandenburger Tor Mehr über das Brandenburger Tor →
Der Mauerfall und die Berliner S-Bahn, S-Bahn-Museum
Freitag, 7. August
16:00 Uhr Grenzgeschichten im filmischen Weltdokumentenerbe des Landesarchivs Berlin (Landesarchiv Berlin)
Mittwoch, 12. August
08:15 Uhr Auf Sinnesreise im Parlament der Bäume (Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt)
17:00 Uhr Die Grenzen des Sozialismus: Zeug*innen einer tödlichen Flucht (Stasimuseum)Mehr über die Stasi →
Donnerstag, 13. August
10:00 Uhr Zentrale Gedenkveranstaltung (Land und Bund), 10:00 bis 11:15 Uhr – Rede von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner in der Kapelle (10:00 bis 10:30 Uhr, geladene Gäste; Livestream auf den Vorplatz, dafür ist eine Anmeldung per Mail bei der Stiftung Berliner Mauer nötig), anschließend Kranzniederlegung am Denkmal (Kapelle der Versöhnung, dann Bernauer Straße/Ackerstraße)
10:00, 12:00, 12:30 Uhr Führungen am Brandenburger Tor (Brandenburger Tor)
10:00 Uhr Live Speaking am Brandenburger Tor (Brandenburger Tor)
10:00 Uhr Gemeinsames Innehalten an der East Side Gallery (The Wall Museum Berlin)
10:30, 13:00, 15:00 Uhr Essener Gitarrenduo (Gedenkstätte Berliner Mauer)
11:00 Uhr Die Berliner Mauer in der Bernauer Straße (Gedenkstätte Berliner Mauer)
11:00, 16:00 Uhr 140 Menschen – 140 Namen (Kapelle der Versöhnung)
12:00 Uhr Alltag mit der Berliner Mauer (asisi Panorama Berlin)
16:30 Uhr Bedrohtes Begehren. Queeres Leben im geteilten Berlin 1945–1970 (Gedenkstätte Berliner Mauer)
Sonntag, 30. August
08:00 Uhr Treptow und die Berliner Mauer (S-Bahnhof Plänterwald)
Ein Besuch zum Jahrestag
Die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße 111 ist am 13. August der richtige Ort. Der Eintritt ist frei. Das Außengelände lässt sich zu jeder Stunde begehen, das Besucherzentrum und das Dokumentationszentrum sind dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Nächste Station ist der Nordbahnhof, selbst ein ehemaliger Geisterbahnhof an derselben Straße. Zur Orientierung zeigt unsere interaktive Karte die Gedenkstätte gemeinsam mit den erhaltenen Wachtürmen, Grenzübergängen und Mauerresten in der Umgebung.
Die Geschichte hinter dem Datum
Der Jahrestag ist ein guter Anlass, sich vor Augen zu führen, wie schnell die Stadt zerschnitten wurde. Unsere interaktive Zeitleiste der Berliner Mauer erzählt die Geschichte von der Teilung Berlins 1945 über die Nacht des 13. August 1961 bis zum Mauerfall 1989.
Zwei Tage nach der Grenzschließung, am 15. August 1961, sprang ein 19-jähriger Grenzsoldat in der Bernauer Straße über den Stacheldraht in den Westen. Das Foto seines Sprungs wurde zu einem der bekanntesten Bilder des Kalten Krieges. Seine Geschichte lesen Sie in unserem Beitrag über Conrad Schumann, den Sprung in die Freiheit, nur wenige Schritte von dem Ort entfernt, an dem heute gedacht wird.
Die Grenzschließung legte auch das Berliner Verkehrsnetz still und ließ die Geisterbahnhöfe entstehen, die jahrzehntelang dunkel und bewacht dalagen, darunter der Nordbahnhof an eben jener Bernauer Straße, an der heute die Gedenkstätte liegt, und zugleich eine Station auf dem Weg des Jahrestagsprogramms durch die geteilte Stadt.