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Flugplatz Gatow

Luftbrücken-Flugplatz   Am Flugplatz Gatow 33, 14089 Berlin  

Die RAF-Basis Gatow im britischen Sektor war einer der drei Flugplatze der Berliner Luftbrucke und wickelte den britischen Teil der Versorgung ab, wahrend Sunderland-Flugboote auf der nahen Havel wasserten. Wahrend des gesamten Kalten Krieges blieb Gatow der Berliner Stutzpunkt der Royal Air Force, deren Radar die Luftkorridore uberwachte. Nach dem Abzug der Briten 1994 ubernahm die Bundeswehr das Gelande — heute beherbergt es das Militarhistorische Museum Flugplatz Berlin-Gatow (Luftwaffenmuseum) mit uber 100 Flugzeugen, Flugabwehrsystemen und Ausstellungen zum Kalten Krieg. Der Eintritt ist frei.

Eine C-74 Globemaster wird in Gatow wahrend der Berliner Luftbrucke mit Mehl entladen, 1948

Eine C-74 Globemaster wird in Gatow wahrend der Berliner Luftbrucke mit Mehl entladen, 1948 (Foto: Public Domain)

Die RAF Gatow wurde 1935 als Ausbildungsschule der Luftwaffe gegrundet und 1945 von der Royal Air Force als Teil der britischen Besatzungszone ubernommen. Als die sowjetische Blockade im Juni 1948 begann, wurde Gatow zum Zielflughafen fur den britischen Beitrag zur Luftbrucke. Eine Besonderheit des Gatower Betriebs war der Einsatz von Flugbooten: Zehn Short Sunderlands und zwei Short Hythes flogen von Finkenwerder bei Hamburg zur Havel neben dem Flugplatz und transportierten Salz und Backpulver — atzende Fracht, die herkommliche Flugzeugrumpfe beschadigte, den Wasserflugzeugbau der Sunderlands jedoch nicht gefahrdete. Die Flugboote waren im Einsatz, bis die Havel im Winter zufror.

Ein Sunderland-Flugboot der 201. Staffel wird wahrend der Luftbrucke auf der Havel entladen, 1948

Ein Sunderland-Flugboot der 201. Staffel wird wahrend der Luftbrucke auf der Havel entladen, 1948 (Foto: Public Domain)

Nach dem Ende der Blockade blieb Gatow wahrend des gesamten Kalten Krieges der Berliner Stutzpunkt der RAF. Die Radaranlagen uberwachten die drei Luftkorridore zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik, und die Basis war eine sichtbare Erinnerung an das britische Engagement fur die Verteidigung der Stadt. Als die britischen Streitkrafte nach der Wiedervereinigung aus Berlin abzogen, wurde der Flugplatz 1994 an die Bundeswehr ubergeben.

Der Kontrollturm des Militarhistorischen Museums auf dem Flugplatz Gatow heute

Der Kontrollturm des Militarhistorischen Museums auf dem Flugplatz Gatow heute (Foto: Arne Huebner)

Heute befindet sich auf dem Gelande das Militarhistorische Museum der Bundeswehr — Flugplatz Berlin-Gatow, eines der umfangreichsten Luftfahrtmuseen Deutschlands. Die Sammlung umfasst uber 200.000 Objekte, darunter 155 Flugzeuge. In den Hangars sind Ausstellungen zur Geschichte der deutschen Militarluftfahrt von 1884 bis heute zu sehen, wahrend im Gebaude des Kontrollturms die spezifische Geschichte des Flugplatzes Gatow und seiner Rolle im Kalten Krieg dokumentiert wird. Im Freigelande sind uber 100 Flugzeuge, Hubschrauber und Flugabwehrsysteme direkt auf den originalen Start- und Rollbahnen aus Beton aufgestellt — Kampfflugzeuge, Bomber und Radarausrustung sowohl der NVA als auch der Bundeswehr, angeordnet auf denselben Flachen, auf denen einst die Luftbruckenflugzeuge landeten. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr geoffnet, der Eintritt ist frei. Erreichbar mit dem Bus 135 ab Rathaus Spandau.

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