Ein ehemaliger Wachturm, benannt nach Günter Litfin, einem Schneider aus Weißensee, der als erster Mensch von Grenzposten bei einem Fluchtversuch aus Ost-Berlin erschossen wurde. Günters Bruder Jürgen Litfin bewahrte den Turm vor dem Abriss und eröffnete dort 2003 eine Gedenkstätte, durch die er jahrelang selbst führte; seit 2017 wird sie von der Stiftung Berliner Mauer betrieben.
Am 24. August 1961, nur elf Tage nach dem Bau der Mauer, versuchte der 24-jährige Günter Litfin, nahe dem Lehrter Bahnhof durch den Spandauer Schifffahrtskanal nach West-Berlin zu schwimmen. Grenzposten der Transportpolizei eröffneten das Feuer und trafen ihn am Kopf. Er wurde zum ersten Menschen, der bei einem Fluchtversuch in den Westen erschossen wurde, und sein Tod löste weit über Berlin hinaus Bestürzung aus.
Gedenkstein am Günter-Litfin-Turm (Foto: André Karwath aka Aka)
Bei dem Wachturm handelt es sich um eine Führungsstelle, wie sie zur Koordination der Grenzpatrouillen entlang der innerstädtischen Mauer verwendet wurde. Nach der Wiedervereinigung kämpfte Günters Bruder Jürgen Litfin unermüdlich dafür, den Turm als Gedenkstätte zu erhalten. Er führte jahrzehntelang persönlich die Besucherführungen durch und teilte die Geschichte seiner Familie sowie die Einzelheiten des Todes seines Bruders mit Besuchern aus aller Welt. 2017 übernahm die Stiftung Berliner Mauer die Gedenkstätte; Jürgen Litfin starb im Jahr darauf, und sie wird in seinem Andenken weitergeführt.
Porträt von Günter Litfin (Foto: Ralf Roletschek)