Invalidenfriedhof

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Invalidenfriedhof

Gedenkstätte   Scharnhorststraße 33, 10115 Berlin  

Der Invalidenfriedhof, einer der ältesten Militärfriedhöfe Berlins, wurde 1748 gegründet und wurde zu einem der unwahrscheinlichsten Opfer der Berliner Mauer. Als die Grenze 1961 abgeriegelt wurde, verlief die Mauer direkt durch das Friedhofsgelände, und Grenzposten zerstörten Gräber, um freie Schussfelder über den Todesstreifen zu schaffen.

Von Friedrich dem Großen als Begräbnisstätte für Soldaten der preußischen Garnison gegründet, wurde der Invalidenfriedhof über zwei Jahrhunderte hinweg zur letzten Ruhestätte einiger der bedeutendsten Militärs Deutschlands. Generäle, Kriegshelden und Militärreformer wurden hier bestattet – darunter Gerhard von Scharnhorst, der Architekt der preußischen Heeresreform.

Die Berliner Mauer, die durch den Invalidenfriedhof verläuft

Die Berliner Mauer verläuft entlang des Randes des Invalidenfriedhofs (Foto: Sarah Stierch)

Als die Mauer gebaut wurde, lag der Friedhof plötzlich im Grenzgebiet. Das SED-Regime hatte wenig Achtung vor den Toten – Grabsteine wurden ausgerissen und als Baumaterial für die Grenzbefestigungen verwendet. Ganze Abschnitte des Friedhofs wurden eingeebnet, um den Grenzposten freie Sichtlinien zu verschaffen. Der angrenzende Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, der entlang der Grenze verlief, war Schauplatz mehrerer Fluchtversuche.

Nach der Wiedervereinigung wurden Anstrengungen unternommen, das Rettbare wiederherzustellen. Einige Gräber wurden rekonstruiert, Gedenktafeln angebracht und der Friedhof wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Doch viele Gräber bleiben für immer verloren, ihre Bestatteten unbekannt, ihre Grabsteine zerstreut oder zerstört.

Ein Grabstein vor der Mauer am Invalidenfriedhof

Ein einzelner Grabstein steht vor der Mauer am Invalidenfriedhof – ein eindringliches Bild dafür, wie die Grenze selbst die Ruhestätten der Toten zerriss (Foto: Sarah Stierch)

Heute ist der Invalidenfriedhof ein stiller, besinnlicher Ort nahe dem Trubel des Berliner Hauptbahnhofs. Der Kontrast zwischen den restaurierten Gräbern und den leeren Flächen, wo einst die Mauer stand, macht ihn zu einer der bewegendsten Gedenkstätten der Berliner Mauer – ein Ort, an dem die Teilung Deutschlands nicht nur die Lebenden, sondern auch die Toten berührte.

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