Notaufnahmelager Marienfelde

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Notaufnahmelager Marienfelde

Museum   Marienfelder Allee 66-80, 12277 Berlin  

Von 1953 bis 1990 war das Notaufnahmelager Marienfelde die erste Anlaufstelle für Ostdeutsche, die aus der DDR geflohen waren. Über 1,35 Millionen Flüchtlinge gingen durch seine Tore – das macht es zu einem der bedeutendsten Orte der Teilung im Kalten Krieg, auch wenn es weit weniger bekannt ist als die Mauer selbst.

Das Lager wurde am 14. April 1953 eröffnet, eigens errichtet, um den Flüchtlingsstrom aus Ostdeutschland abzufertigen. Auf seinem Höhepunkt in den späten 1950er Jahren kamen jede Woche Tausende an. Jeder Flüchtling durchlief ein Aufnahmeverfahren: Identitätsprüfungen, Befragungen durch westliche Geheimdienste, ärztliche Untersuchungen und die Zuweisung einer vorläufigen Unterkunft. Für viele war es der erste Vorgeschmack der Freiheit nach Jahren unter dem SED-Regime.

Flüchtlinge im Notaufnahmelager Marienfelde in den 1950er Jahren

Wartende Flüchtlinge im Notaufnahmelager Marienfelde, 1950er Jahre (Foto: Bundesarchiv / Müller, Simon)

Nachdem die Berliner Mauer am 13. August 1961 errichtet worden war, ließ der Flüchtlingsstrom dramatisch nach – versiegte aber nie ganz. Wer es schaffte, durch Tunnel, über die Mauer oder auf anderen Wegen zu fliehen, kam weiterhin zur Abfertigung nach Marienfelde. Das Lager blieb bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 in Betrieb.

Heute befindet sich auf dem Gelände die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, ein Museum und Gedenkort. Die Dauerausstellung erzählt anhand persönlicher Zeugnisse, originaler Dokumente und Fotografien die Geschichten der Geflüchteten. Mehrere der ursprünglichen Aufnahmegebäude sind erhalten und geben den Besuchern ein greifbares Gefühl für die Bedingungen, die die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft vorfanden.

Das Küchengebäude im Notaufnahmelager Marienfelde

Das Küchengebäude (Küche) im Notaufnahmelager Marienfelde (Foto: Bundesarchiv / Müller, Simon)

Das Museum befindet sich in der Marienfelder Allee 66-80 im südlichen Stadtteil Marienfelde. Auch wenn es eine Anfahrt aus dem Stadtzentrum erfordert, lohnt sich der Ausflug für alle, die sich für die menschlichen Geschichten hinter den Statistiken des Kalten Krieges interessieren.

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