Nordbahnhof – Geisterbahnhof

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Nordbahnhof – Geisterbahnhof

Geisterbahnhof   Invalidenstraße 51, 10557 Berlin  

Dieser S-Bahnhof war von 1961 bis 1989 versiegelt, während westliche Züge durch Ost-Berliner Gebiet fuhren, ohne zu halten. Heute beherbergt der Bahnhof „Grenzübergänge“, eine kostenlose Dauerausstellung mit Fotografien der zugemauerten Eingänge und der Geisterbahnhof-Innenräume.

Als die Mauer 1961 errichtet wurde, führte der Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel auf seinem Weg zwischen Bahnhöfen im Westen durch Ost-Berliner Gebiet. Die DDR-Behörden versiegelten den Nordbahnhof und mehrere weitere Bahnhöfe entlang der Strecke, mauerten Eingänge zu, verschweißten Türen und stellten bewaffnete Posten auf die Bahnsteige. Westliche Züge durften ohne Halt durchfahren und bewegten sich im Schritttempo durch die versiegelten Bahnhöfe, während die Fahrgäste auf eine menschenleere Szenerie blickten.

S-Bahn überquert den Grenzstreifen nahe dem Nordbahnhof an der Liesenstraße, 1987

S-Bahn überquert den Grenzstreifen nahe dem Nordbahnhof an der Liesenstraße, 1987 (Foto: Roehrensee)

Die in den Geisterbahnhöfen stationierten Wachposten arbeiteten unter Bedingungen extremer Isolation, fern von Tageslicht, und überwachten Bahnsteige, die kein Zivilist je betreten sollte. Ihre Hauptaufgabe war es, Fluchten durch das Tunnelsystem zu verhindern – und tatsächlich wurden im Laufe der Jahre mehrere waghalsige Fluchtversuche durch die S-Bahn- und U-Bahn-Tunnel unternommen.

Heute beherbergt der Nordbahnhof „Grenzübergänge“, eine kostenlose Dauerausstellung im Bahnhof selbst. Fotografien von zugemauerten Eingängen, Geisterbahnhof-Innenräumen und Fluchtversuchen säumen die Bahnsteigwände. Es ist eine gut erhaltene Geisterbahnhof-Gedenkstätte, die den Besuchern einen unmittelbaren Zugang zur surrealen Realität des geteilten Nahverkehrssystems bietet.

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