Tunnel 57

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Tunnel 57

Fluchtort   Bernauer Straße 97, 13355 Berlin  

Am 3. und 4. Oktober 1964 krochen 57 Menschen durch einen 12 Meter tiefen Tunnel von einem leerstehenden Bäckereikeller in der Bernauer Straße zur Strelitzer Straße in Ost-Berlin. Es war die größte Massenflucht durch einen Tunnel während der Existenz der Mauer. Die Aktion wurde in der zweiten Nacht entdeckt, als ein DDR-Grenzsoldat tödlich angeschossen wurde, was die Fluchten beendete.

Der Tunnel wurde 1964 über mehrere Monate hinweg von einer Gruppe West-Berliner Studenten gegraben, viele von ihnen von der Freien Universität. Ausgehend von einem leerstehenden Bäckereikeller in der Bernauer Straße 97 hoben sie einen Gang etwa 12 Meter unter der Oberfläche aus, der unter dem Todesstreifen und der Mauer hindurchführte und in einer Außentoilette im Hinterhof der Strelitzer Straße 55 auf der Ostseite herauskam.

Bodenmarkierung der Fluchtroute von Tunnel 57 in der Bernauer Straße

Bodenmarkierung der Fluchtroute von Tunnel 57 in der Bernauer Straße (Foto: N-Lange.de)

In den Nächten des 3. und 4. Oktober 1964 krochen 57 Männer, Frauen und Kinder durch den schmalen Tunnel in die Freiheit – die größte Massenflucht durch einen Tunnel während der gesamten Existenz der Berliner Mauer. Die Aktion wurde in der zweiten Nacht entdeckt, als ein DDR-Grenzsoldat auf den Ausgang stieß. In der darauffolgenden Konfrontation wurde der Soldat tödlich angeschossen, und der Tunnel wurde versiegelt.

Eine Gedenktafel in der Bernauer Straße 97 markiert den westlichen Eingang von Tunnel 57. Die Flucht ist im nahegelegenen Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer sowie in zahlreichen Büchern und Filmen über die Tunnelfluchten der 1960er Jahre ausführlich dokumentiert.

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