Im September 1962 flohen 29 Menschen durch einen 135 Meter langen Tunnel, der von einer leerstehenden Fabrik in der Bernauer Straße zu einem Gebäude in der Schönholzer Straße in Ost-Berlin gegraben wurde. Die Flucht wurde von einem NBC-Fernsehteam gefilmt und daraus entstand die Emmy-prämierte Dokumentation „The Tunnel“.
Der Tunnel wurde 1962 über fünf Monate hinweg von einer Gruppe junger West-Berliner gegraben, darunter der italienische Student Luigi Spina, ausgehend von einer leerstehenden Fabrik in der Bernauer Straße 78. Der Gang verlief 135 Meter unter der Erde in einer Tiefe von etwa 12 Metern, führte unter dem Todesstreifen hindurch und mündete im Keller eines Gebäudes in der Schönholzer Straße im Osten.
Im September 1962 flohen 29 Menschen – darunter ältere Personen und kleine Kinder – in zwei Nächten durch den Tunnel. Einzigartig an dieser Flucht war die Anwesenheit eines NBC-Fernsehteams, das die Aktion filmen durfte. Die daraus entstandene Dokumentation „The Tunnel“ wurde im Dezember 1962 im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt, gewann einen Emmy Award und lenkte die weltweite Aufmerksamkeit auf die verzweifelten Mittel, zu denen Menschen griffen, um aus Ost-Berlin zu fliehen.
Die Aufnahmen waren umstritten: Kritiker argumentierten, die Publizität gefährde künftige Fluchtaktionen, während andere der Dokumentation zugutehielten, dass sie das internationale Bewusstsein schärfte. Eine Gedenktafel an der Bernauer Straße dokumentiert die Flucht, und die Geschichte ist in der Ausstellung der Gedenkstätte Berliner Mauer zu sehen.
Auf der Karte zeigen