Der Gleim-Tunnel ist ein 130 Meter langer Straßentunnel, der 1905 unter den Bahngleisen zwischen Prenzlauer Berg und Wedding errichtet wurde. Während des Kalten Krieges verlief die Berliner Mauer genau durch seine Mitte und versperrte ihn 29 Jahre lang.
Der Tunnel entstand ursprünglich als Teil des wachsenden Straßennetzes Berlins und ließ die Gleimstraße unter den aufgeständerten S-Bahn-Gleisen hindurchführen. Seine eindrucksvolle Stahlkonstruktion ruht auf 78 gusseisernen Säulen und überspannt eine Breite von 23 Metern. Als die Mauer im August 1961 errichtet wurde, fiel der Tunnel genau auf die Grenze zwischen dem französischen Sektor (Wedding) und dem sowjetischen Sektor (Prenzlauer Berg).
Gleimstraße Berlin (Foto: Roehrensee)
Beide Eingänge wurden mit Betonblöcken versiegelt, und der Tunnel wurde Teil des Todesstreifens. 29 Jahre lang stand dieses technische Wahrzeichen leer und unzugänglich, obwohl täglich Tausende Menschen mit der S-Bahn darüber hinwegfuhren.
Der Tunnel wurde im September 1990, nur wenige Monate nach der Wiedervereinigung, wieder für den Fußgängerverkehr geöffnet. Heute verbindet er den beliebten Mauerpark (auf dem ehemaligen Todesstreifen) mit den Wohnstraßen des Wedding. Der Tunneleingang ist vom Mauerpark aus sichtbar, und Spuren des Mauerverlaufs lassen sich in der umliegenden Landschaft erkennen.
Gleimtunnel Berlin (Foto: Roehrensee)