Die ehemalige zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi), in der politische Gefangene unter brutalen Bedingungen verhört und festgehalten wurden. Führungen werden oft von ehemaligen Häftlingen geleitet, die von ihren Erfahrungen in Isolationszellen, Schlafentzug und psychischer Folter berichten.
Der Gefängniskomplex in Berlin-Hohenschönhausen wurde 1945 ursprünglich von der sowjetischen Besatzungsmacht als Speziallager errichtet und 1951 vom neu gegründeten Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) der DDR übernommen. Fast vier Jahrzehnte lang diente er als zentrale Untersuchungshaftanstalt der Stasi, in der politische Gefangene festgehalten, verhört und vor dem Prozess psychisch gebrochen wurden.
Zelle im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen (Foto: JoachimKohler-HB)
Die hier angewandten Methoden veränderten sich im Laufe der Zeit. In den frühen Jahren erlitten die Gefangenen körperliche Folter, Waterboarding und Schlafentzug in den Kellerzellen, die als „U-Boot“ bekannt waren. Später ging die Stasi zu raffinierteren psychischen Techniken über: völlige Isolation, Desorientierung durch unregelmäßige Abläufe, Drohungen gegen Familienangehörige und die systematische Zerstörung des Selbstwertgefühls der Gefangenen.
Führungen durch die Gedenkstätte werden oft von ehemaligen Häftlingen geleitet, die in genau den Zellen und Verhörräumen, in denen sie festgehalten wurden, von ihren persönlichen Erfahrungen berichten. Ihre Zeugnisse verleihen dem Besuch eine erschütternde Unmittelbarkeit. Der Gefängniskomplex ist weitgehend im Originalzustand erhalten, einschließlich der Zellen, Verhörräume und Hofgänge.
Haftkorridor der Stasi in Hohenschönhausen (Foto: Anagoria)