Oberbaumbrücke

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Oberbaumbrücke

Grenzübergang   Warschauer Straße 43, 10243 Berlin  

Diese schöne Doppelstockbrücke über die Spree ist ein bekanntes Berliner Wahrzeichen. Sie wurde zum Fußgänger-Grenzübergang für West-Berliner. Die gesamte Breite des Flusses lag hier in Ost-Berlin, weshalb West-Berliner nicht eingreifen konnten, um das Leben eines fünfjährigen Jungen zu retten, der ins Wasser fiel und ertrank.
In der Nähe: „Stein-Papier-Schere“, Geschichtsmeile Berliner Mauer

Die Brücke in ihrer heutigen Form wurde 1895 erbaut und verbindet zwei Berliner Kieze (Stadtviertel), Friedrichshain und Kreuzberg. Sie entstand an der Stelle einer hölzernen Zugbrücke aus dem Jahr 1724, die als Stadttor diente. Die Brücke hat sieben Bögen und Türme im mittelalterlichen Stil und ist aus Beton und Ziegel gebaut. Sie wurde errichtet, um den stetig wachsenden Verkehr über die ursprüngliche Brücke aufzunehmen, und wurde zu einem kombinierten Übergang für Straßen-, Fußgänger- und U-Bahn-Verkehr.

DDR-Kontrollpunkt an der Oberbaumbrücke, 1961

DDR-Kontrollpunkt an der Oberbaumbrücke, 1961 (Foto: Bundesarchiv)

Als die Berliner Mauer 1961 errichtet wurde, überquerte die Oberbaumbrücke die Grenze von West- nach Ost-Berlin. Sie wurde zu einem Fußgänger-Grenzübergang für West-Berliner, die auf der Brücke die DDR-Grenzkontrollen passieren mussten. Die gesamte Breite der Spree galt hier als zu Ost-Berlin gehörig. Das hatte 1972 für den fünfjährigen Cengaver Katrancı und 1975 für Çetin Mert tödliche Folgen – Kinder, die am westlichen Ufer in den Fluss fielen. West-Berliner durften nicht ins Wasser steigen, um sie zu retten, ohne nach Ost-Berlin überzutreten, und die Kinder ertranken.

Passkontrolle an der Oberbaumbrücke, 1972

Passkontrolle an der Oberbaumbrücke, 1972 (Foto: Bundesarchiv)

1945 wurde der mittlere Teil der Brücke von der Wehrmacht, den Streitkräften des nationalsozialistischen Deutschlands, gesprengt, um zu verhindern, dass die sowjetische Rote Armee sie nutzen konnte. Während der Jahrzehnte der Teilung wurde die Brücke nur teilweise instand gesetzt. Nach dem Mauerfall 1989 wurde sie vollständig restauriert und erhielt einen neuen stählernen Mittelteil, der vom spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfen und 1995 fertiggestellt wurde. Heute ist sie eines der bekanntesten Berliner Wahrzeichen und ein beliebter Ort für Fotos.

Fußgänger-Grenzübergang. Westliche Polizei trifft auf östlichen Grenzsoldaten, 1963

Fußgänger-Grenzübergang. Westliche Polizei trifft auf östlichen Grenzsoldaten, 1963 (Foto: Bundesarchiv)

Menschenmengen versammeln sich nach dem Mauerfall 1989 an der Oberbaumbrücke

Menschenmengen versammeln sich nach dem Mauerfall 1989 an der Oberbaumbrücke (Foto: Roehrensee)

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