Im Park Schlesischer Busch steht noch ein ehemaliger vierstöckiger Kommandoturm. Er ist einer der wenigen erhaltenen Wachtürme der Berliner Mauer. Anders als gewöhnliche Beobachtungstürme handelte es sich hier um eine Führungsstelle, von der aus 18 weitere Wachtürme in der Umgebung beaufsichtigt wurden. Grenzposten koordinierten von hier aus Patrouillen und überwachten den Todesstreifen. Heute kann der Turm von außen besichtigt werden; eine Informationstafel dokumentiert den Grenzapparat.
Dieser Kommandoturm, bekannt als Führungsstelle, war ein zentraler Knotenpunkt im Grenzüberwachungssystem der DDR entlang des Abschnitts Kreuzberg-Treptow der Mauer. Von dieser erhöhten Position aus koordinierten Offiziere die Tätigkeit von 18 entlang der Grenze verteilten Wachtürmen, überwachten die Grenzposten und beobachteten den Todesstreifen darunter durch lichtstarke Optik.
Wachturm Schlesischer Busch heute (Foto: Tx0h)
In den 1960er Jahren als Teil der zweiten Generation der Grenzbefestigungen errichtet, ist der Turm einer der wenigen, die den Abriss nach der Wiedervereinigung überstanden haben. Er wurde unter Denkmalschutz gestellt und dient heute als Gedenkort und gelegentlicher Ausstellungsraum, betreut von einer örtlichen Bürgerinitiative. Der Turm steht am Rand des Parks Schlesischer Busch, eine schroffe Mahnung aus Beton inmitten des Grüns, nahe dem Landwehrkanal.
Todesstreifen am Schlesischen Busch, 1989 (Foto: Roehrensee)