Im März 1963 wurde einer der waghalsigsten Familien-Fluchttunnel unter einem Wohnzimmer in Glienicke/Nordbahn gegraben, einer kleinen Gemeinde an der nördlichen Grenze Berlins. Der elfjährige Detlef Aagard, seine Eltern und zehn weitere Personen krochen durch den engen Gang in die Freiheit.
Der Tunnel in Glienicke/Nordbahn war wegen seines häuslichen Ursprungs bemerkenswert. Die Familie Aagard und ihre Nachbarn gruben den Gang heimlich und entsorgten über mehrere Wochen tonnenweise Sand auf ihrem Grundstück. Der Tunnel verlief unter dem Wohnzimmerboden der Familie hindurch, unter den Grenzbefestigungen und trat auf der Westseite wieder zutage.
Der Entenschnabel ist ein Geländestreifen der Gemeinde Glienicke/Nordbahn der westlich der Oranienb (Foto: Boonekamp)
An der Flucht in der Nacht des 14. März 1963 waren insgesamt 13 Menschen beteiligt, darunter mehrere Kinder. Der junge Detlef Aagard war mit gerade einmal 11 Jahren einer der Jüngsten, die durch einen Tunnel der Berliner Mauer flohen. Die Geschichte erregte internationale Aufmerksamkeit und wurde zu einer der am häufigsten berichteten Fluchtgeschichten der frühen Mauerzeit.
Heute sind keine physischen Spuren des Tunnels mehr erhalten. Der Ort ist ein ruhiges Wohngebiet, an dem nichts auf die dramatischen Ereignisse hindeutet, die sich vor mehr als 60 Jahren unter der Oberfläche abspielten.
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