In den frühen 1960er Jahren wurden entlang der Grenze zwischen Neukölln und Treptow nahe der Kiefholzstraße mehrere Fluchttunnel gegraben, wo günstige Bodenverhältnisse und der Grenzverlauf den Tunnelbau begünstigten. Durch einen Tunnel gelangten schätzungsweise 35 bis 59 Menschen in den Westen. Die Route wurde schließlich von einem als Kurier eingeschleusten Stasi-Spitzel verraten. DDR-Behörden verhafteten eines Nachts 37 Fluchtwillige, die am Tunneleingang warteten; die anschließenden Verhöre führten zu 52 weiteren Festnahmen.
Die Grenze zwischen Neukölln im Westen und Treptow im Osten verlief auf einem verschlungenen Weg durch Wohnstraßen und entlang von Wasserwegen, wodurch Abschnitte entstanden, in denen der Todesstreifen verhältnismäßig schmal war und das Gelände sich für unterirdische Arbeiten eignete. Die Gegend um die Kiefholzstraße und die Puderstraße war bei Tunnelbauern besonders beliebt, weil der sandige Boden leicht zu graben war und der Grenzverlauf kürzere Tunnel zuließ.
Gedenktafel für die Opfer der Berliner Mauer in der Kiefholzstraße (Foto: OTFW)
Ein Tunnel in diesem Gebiet war bemerkenswert erfolgreich; schätzungsweise 35 bis 59 Menschen flohen durch ihn in den Westen. Doch die Stasi unterwanderte schließlich die Aktion und schleuste einen Spitzel ein, der als Kurier für das Fluchtnetzwerk arbeitete. Als der Verrat kam, war er verheerend: Die DDR-Behörden verhafteten 37 Menschen, die am Tunneleingang auf ihre Flucht warteten, und die anschließenden Verhöre führten zu 52 weiteren Festnahmen.
Eine Gedenktafel in der Kiefholzstraße erinnert an die Opfer der Berliner Mauer in diesem Gebiet – eine Mahnung daran, dass die Grenze hier nicht nur eine politische Linie auf der Karte war, sondern eine tödliche Barriere, die ein ganzes Wohnviertel zerriss.
Denkmal für die 15 Opfer aus Berlin-Treptow, die an der Berliner Mauer starben (Foto: Wofratz)