Die Berliner Mauer war eine der am schwersten befestigten Grenzen der Geschichte, mit mehreren Hindernisschichten konstruiert, die eine Flucht nahezu unmöglich machten.
Von der Ost-Berliner Seite aus stand ein potenzieller Flüchtling vor folgenden Hindernissen:
Die Hinterlandmauer: Eine innere Mauer oder ein Zaun, typischerweise 2-3 Meter hoch, der den Beginn der Sperrzone markierte. Schon die bloße Annäherung an diese Mauer ohne Genehmigung war eine Straftat.
Signalzaun: Ein elektrifizierter Zaun mit Alarmvorrichtungen. Eine Berührung löste Alarm beim nächsten Wachposten aus, manchmal auch Signalraketen, die das Gebiet ausleuchteten.
Hundelaufanlagen: Lange Drahtseile, an denen Wachhunde angeleint waren und einen Abschnitt der Grenze bewachten.
Panzersperren: Tiefe Gräben, die verhindern sollten, dass Autos oder Lastwagen durch die Grenze fuhren.
Kolonnenweg: Eine Betonstraße parallel zur Mauer, die von Militärfahrzeugen und Fußpatrouillen genutzt wurde. Grenzposten patrouillierten rund um die Uhr, immer zu zweit.
Wachtürmen: 302 Beobachtungstürmen waren entlang der Mauer verteilt, jeder besetzt mit bewaffneten Grenzern mit Suchscheinwerfern und einer Direkttelefonleitung zum Kommando. Der Wachturm an der Erna-Berger-Straße ist einer der wenigen, die erhalten geblieben sind.
Kontrollstreifen: Ein geharkter Sand- oder Kiesstreifen, der Fußspuren sichtbar machen sollte. Er wurde regelmäßig inspiziert und nach jeder Patrouille geglättet.
Die Mauer selbst: Das letzte Hindernis – die 3,6 Meter hohe Betonmauer der vierten Generation mit einem glatten Betonrohr an der Oberkante. Selbst wenn jemand es bis hierher geschafft hatte, war es nahezu unmöglich, sie unter Beschuss und Flutlicht zu überwinden.
Das gesamte System wurde von Führungsstellen überwacht, die durch Telefon und Funk verbunden waren. Insgesamt setzten die Grenzanlagen rund 47.000 Grenzsoldaten ein, unterstützt von Minenfeldern in einigen ländlichen Abschnitten (nicht jedoch in Berlin selbst) und dem stehenden Schießbefehl.