Wie Alexanderplatz war auch Stadtmitte ein geteilter Bahnhof. Der U2-Bahnsteig war für Ost-Berliner regulär in Betrieb (unter dem Namen „Otto-Grotewohl-Straße“), während der baulich getrennte U6-Bahnsteig als Geisterbahnhof versiegelt war. Westliche U6-Fahrgäste konnten den geschlossenen Bahnsteig sehen, wenn sie durchfuhren.
Die beiden Ebenen des Bahnhofs Stadtmitte waren ein Beispiel für die Teilung Berlins. Auf dem U2-Bahnsteig, der nach dem ersten ostdeutschen Ministerpräsidenten in „Otto-Grotewohl-Straße“ umbenannt worden war, gingen Ost-Berliner ihrem täglichen Pendlerverkehr nach. Direkt darunter lag der versiegelte U6-Bahnsteig, der von bewaffneten Posten überwacht wurde, während westliche Züge ohne Halt hindurchfuhren. Zwei Welten existierten im selben Bauwerk, getrennt durch wenige Meter Beton.
Westliche Fahrgäste der U6 konnten beim Durchfahren ohne Halt einen kurzen Blick auf den versiegelten Bahnsteig Stadtmitte erhaschen. Die beiden Ebenen des Bahnhofs – die eine voller Leben mit Ost-Berlinern, die andere dunkel und bewacht – waren ein Beispiel für die Teilung Berlins. Nach der Wiedervereinigung wurden beide Bahnsteige wieder verbunden und der Bahnhof erhielt seinen ursprünglichen Namen zurück.
Auf der Karte zeigen