1962 gruben Siegfried Noffke und Dieter Hötger einen etwa 30 Meter langen Tunnel von diesem Gebäude in West-Kreuzberg unter der Mauer hindurch zur Heinrich-Heine-Straße 45–49 in Ost-Berlin. Die Mauer verlief an dieser Stelle mitten durch die Straße. Eine von Berliner Unterwelten aufgestellte Informationstafel dokumentiert diese Fluchtroute und die Risiken, denen sich die Erbauer aussetzten.
Die Sebastianstraße war eine weitere der geteilten Straßen Berlins, mit der Mauer mitten hindurch. Die westliche Seite lag in Kreuzberg, die östliche in Mitte – und der Abstand zwischen beiden war quälend kurz. 1962 nutzten Siegfried Noffke und Dieter Hötger diese Nähe und gruben einen etwa 30 Meter langen Tunnel vom Keller der Sebastianstraße 82 zur Heinrich-Heine-Straße 45–49 auf der östlichen Seite.
Informationstafel über den Fluchttunnel an der Sebastianstraße 82 (Foto: OTFW)
Der Tunnelbau war ein gefährliches Unterfangen. Die Gräber arbeiteten in nahezu völliger Stille, um nicht von den oben patrouillierenden Grenzposten entdeckt zu werden. Der Aushub musste leise abtransportiert und gelagert werden, ohne Verdacht zu erregen. Eine von Berliner Unterwelten aufgestellte Informationstafel erzählt die Geschichte dieser Flucht und der Risiken, denen sich sowohl die Erbauer als auch die Flüchtenden beim Überwinden einer der am schwersten bewachten Grenzen der Geschichte aussetzten.
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