| Jahr | 1982 |
|---|---|
| Regisseur | Reinhard Hauff |
| Genre | Drama |
| Sprache | Deutsch |
| IMDb | |
| Drehorte |
Checkpoint Charlie |
Der Mann auf der Mauer (1982) ist Reinhard Hauffs Tragikomödie über einen DDR-Flüchtling, der die Berliner Mauer immer wieder hin und her überquert und sich in keinem der beiden Deutschlands zu Hause fühlen kann.
Kabe ist ein Mann, besessen von der Grenze. In den Westen geflohen, findet er die versprochene Freiheit hohl und klettert immer wieder zurück über die Mauer in den Osten, nur um erneut in den Westen abgeschoben zu werden, und wird so zu einem verwirrenden Fall für die Behörden auf beiden Seiten. Als es ihm gelingt, auch seine Frau herüberzuholen, erweist sich das Leben im Westen als genauso enttäuschend, wie er befürchtet hatte. Durch Kabes zwanghafte Grenzübertritte zeichnet der Film ein absurdistisches Porträt einer geteilten Stadt, in der sich die Barriere ebenso fest in den Köpfen der Menschen eingenistet hat, wie sie ihre Strassen durchschneidet.
Nur wenige Filme handeln so buchstäblich von der Mauer als physischem und psychologischem Objekt. Nach Peter Schneiders gefeierter Erzählung Der Mauerspringer behandelt die Geschichte die Grenze nicht nur als tödliches Hindernis, sondern als eine Idee, die Identität, Zugehörigkeit und Unzufriedenheit auf beiden Seiten prägt. Sie fängt die seltsame Wahrheit ein, dass die Mauer die Köpfe ebenso teilte wie das Land.
Anfang der 1980er Jahre in West-Berlin gedreht, nutzt der Film das echte geteilte Stadtbild, mit der Mauer, ihren Übergängen und dem bewachten Niemandsland, das sich mitten durch Berlin zieht.
Mit dem Rockmusiker Marius Müller-Westernhagen in der Hauptrolle ist Der Mann auf der Mauer eine der pointiertesten westdeutschen Leinwandbehandlungen der Teilung aus den Jahren vor dem Mauerfall und eine zentrale Verfilmung von Schneiders einflussreichem Buch über die innere Grenze zwischen Ost und West.