Gefaehrliche Mission (1953) ist ein britischer Noir-Thriller unter der Regie von Carol Reed, angesiedelt im geteilten Berlin des fruehen Kalten Krieges. James Mason spielt Ivo Kern, einen ehemaligen Anwalt, der als zwielichtige Figur im gefaehrlichen Grenzland zwischen den westlichen und sowjetischen Sektoren der besetzten Stadt agiert.
| Jahr | 1953 |
|---|---|
| Regisseur | Carol Reed |
| Genre | Thriller |
| Sprache | Englisch |
| IMDb |
Susanne Dowell, eine junge Englaenderin gespielt von Claire Bloom, besucht ihren Bruder und dessen deutsche Frau im britischen Sektor Berlins. Sie begegnet dem raetselhaften Ivo Kern, der offenbar mit einem Entfuehrungsnetzwerk verbunden ist, das Menschen zwischen den Sektoren schmuggelt. Waehrend Susanne in Ivos Welt hineingezogen wird, entdeckt sie einen Mann, der von seiner Vergangenheit gefangen ist — ein aus der Anwaltschaft ausgeschlossener Jurist, der gezwungen ist, fuer den Osten zu arbeiten, um zu ueberleben. Als eine Entfuehrung schiefgeht, muss Ivo zwischen Selbsterhaltung und dem Richtigen waehlen.
Acht Jahre vor dem Mauerbau gedreht, zeigt Gefaehrliche Mission die geteilte Stadt in ihrer frueheren Phase, als die Grenze zwischen Ost und West durch Stacheldraht, Truemmer und Kontrollpunkte markiert war statt durch Beton. Der Film ist ein wertvolles Dokument dieser Uebergangszeit — die Sektoren waren getrennte politische Einheiten, aber das Ueberqueren war noch moeglich, wenn auch gefaehrlich. Die im Film dargestellten Grenzuebergaenge nehmen vorweg, was nach August 1961 unmoeglich werden sollte. Reed zeigt, wie gewoehnliche Berliner bereits mit Teilung, Misstrauen und der staendigen Gefahr der Entfuehrung durch oestliche Agenten lebten.
Der Film wurde umfangreich vor Ort in Berlin gedreht, was ihm eine dokumentarische Qualitaet verleiht, die ihn von den studiogebundenen Thrillern der Aera unterscheidet. Die bombenbeschaedigten Strassen, das truemmeruebersaete Niemandsland zwischen den Sektoren und die trostlose Winteratmosphaere sind authentisch. Schluesselsequenzen wurden in der Naehe von Sektorgrenzen in Kreuzberg und Wedding gedreht. Die im Hintergrund sichtbaren zerstoerten Gebaeude waren noch stehende Ruinen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Oft mit Reeds eigenem Der dritte Mann (1949) verglichen, erreichte der Film nie denselben Klassiker-Status, gilt aber als unterschaetztes Juwel des Kalte-Krieg-Kinos. Seine Aussenaufnahmen liefern eine unschaetzbare Dokumentation des geteilten Berlins vor dem Mauerbau. James Masons Darstellung des moralisch zweideutigen Ivo beeinflusste spaetere Portraets kompromittierter Agenten zwischen Ost und West. Das dueste Ende des Films bekraeftigte die Noir-Tradition, dass das Schicksal diejenigen gefangen haelt, die versuchen, ihren Umstaenden zu entkommen.