Das Versprechen (1995) ist Margarethe von Trottas grosses Drama über Konrad und Sophie, zwei junge Ost-Berliner, die in der Nacht des Mauerbaus auseinandergerissen werden und deren Liebe über fast drei Jahrzehnte der Teilung auf die Probe gestellt wird.
| Jahr | 1995 |
|---|---|
| Regisseur | Margarethe von Trotta |
| Genre | Drama |
| Sprache | Deutsch |
| IMDb | |
| Drehorte |
Bornholmer Straße |
1961, kurz nach dem Mauerbau, fliehen Konrad, Sophie und eine Gruppe von Freunden durch die Kanalisation unter der geteilten Stadt. Sophie erreicht den Westen, doch Konrad zögert und bleibt zurück. In den folgenden 28 Jahren entfaltet sich ihr Leben auf entgegengesetzten Seiten der Grenze. Konrad wird Astrophysiker im Osten, während Sophie sich im Westen ein Leben aufbaut, und beide erhaschen flüchtige Wiedersehen, darunter eine kurze, angespannte Begegnung 1968 in Prag während der sowjetischen Niederschlagung. Sie haben einen Sohn, den sie kaum gemeinsam grossziehen können, und ihre Beziehung leidet unter Überwachung, Misstrauen und Zeit, bis die Nacht des 9. November 1989 sie endlich wieder zusammenführt.
Nur wenige Filme handeln so vollständig von der Mauer selbst. Das Versprechen umspannt ihre gesamte Lebensdauer, vom Stacheldraht des August 1961 bis zu den jubelnden Menschenmengen im November 1989, und zeichnet anhand einer einzigen Liebesgeschichte nach, wie die Barriere gewöhnliche Leben prägte, teilte und beinahe zerstörte. Der Druck der Stasi auf Konrad und die ständige Bedrohung an den Grenzübergängen treiben das Drama so kraftvoll an wie jeder Bösewicht.
Von Trotta drehte in Berlin und rekonstruierte die frühe Mauer, die Flucht durch die Kanalisation und die Grenzübergänge der geteilten Stadt. Die Schlussszenen des Films beschwören die Menschenmengen an Übergängen wie der Bornholmer Strasse herauf, wo in der Nacht des Mauerfalls die ersten Schranken geöffnet wurden.
Das Versprechen wurde als offizieller deutscher Beitrag für den Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgewählt. Nur wenige Jahre nach der Wiedervereinigung gehörte er zu den ersten grossen deutschen Filmen, die den gesamten Bogen der Teilung in den Blick nahmen, und er bleibt eines der eindringlichsten filmischen Porträts eines Landes und eines Paares, das von der Mauer entzweit wurde.