Das Quiller-Memorandum (1966) ist ein kühler, unaufgeregter Kalte-Krieg-Spionagethriller, in dem ein einzelner amerikanischer Agent nach West-Berlin entsandt wird, um eine wiedererstarkende Neonazi-Organisation zu unterwandern, mit einem Drehbuch des Dramatikers Harold Pinter.
| Jahr | 1966 |
|---|---|
| Regisseur | Michael Anderson |
| Genre | Thriller |
| Sprache | Englisch |
| IMDb |
Nachdem zwei britische Agenten in Berlin getötet wurden, wird der wortkarge Agent Quiller (George Segal) entsandt, um ihren Auftrag zu übernehmen: das Hauptquartier einer gefährlichen, in der Stadt operierenden Neonazi-Gruppe ausfindig zu machen. Aus der Ferne von seinem rätselhaften Vorgesetzten Pol (Alec Guinness) geführt, gerät Quiller in ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel mit dem eiskalten Anführer der Bewegung (Max von Sydow) und kommt einer deutschen Lehrerin nahe, die vielleicht nicht ist, was sie zu sein scheint. Pinters karge, vieldeutige Dialoge verwandeln die Jagd in eine Studie über Vertrauen, Täuschung und Isolation.
Nur wenige Jahre nach dem Mauerbau in West-Berlin gedreht, ist der Film durchdrungen von der Atmosphäre der Frontstadt des Kalten Krieges, mit ihren Kontrollpunkten, der Überwachung und dem Gefühl einer von allen Seiten beobachteten Gesellschaft. Das geteilte Berlin ist weniger ein Handlungspunkt als eine durchdringende Stimmung: ein Ort, an dem altes Übel fortbesteht und niemand sicher sein kann, wer wen beobachtet.
Die Produktion drehte ausgiebig an Originalschauplätzen in ganz West-Berlin und fing das echte Stadtbild der mittleren 1960er Jahre ein, darunter das Olympiastadion sowie die Strassen und Wasserwege der geteilten Metropole.
Nach Adam Halls Roman Das Berlin-Memorandum entstanden, ist der Film für Pinters literarisches Drehbuch, John Barrys melancholische Musik und seinen bewusst unglamourösen Blick auf die Spionage in Erinnerung geblieben, ein nachdenkliches Gegengewicht zum Spionagefilm-Boom der 1960er Jahre.