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Wie fiel die Berliner Mauer wirklich?

26 Apr. , 2026  

Die Berliner Mauer fiel am 9. November 1989 nach einer missratenen Pressekonferenz des DDR-Sprechers Günter Schabowski – ein folgenschwerer Fehler.

Im Herbst 1989 stand das DDR-Regime unter enormem Druck. Hunderttausende Bürger waren über Ungarn und die Tschechoslowakei geflohen, die ihre Grenzen geöffnet hatten. Massive Montagsdemonstrationen in Leipzig und anderen Städten forderten Reformen. Der langjährige Staatschef Erich Honecker war durch den gemäßigteren Egon Krenz ersetzt worden.

Am 9. November hatte die DDR-Regierung neue Reiseregelungen entworfen, die es Bürgern ermöglichen sollten, Anträge auf Auslandsreisen zu stellen. Die Regelungen sollten am nächsten Tag in Kraft treten, mit einem geordneten Verfahren. Doch Günter Schabowski, der Parteisprecher, der sie auf einer Pressekonferenz verkünden sollte, war nicht vollständig informiert worden.

Als ein italienischer Journalist fragte, wann die neuen Regeln in Kraft träten, blätterte Schabowski durch seine Unterlagen und antwortete: „Sofort, unverzüglich.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im westdeutschen Fernsehen, das in der DDR weithin empfangen wurde. Tausende Ost-Berliner strömten zu den Grenzübergängen der Mauer und forderten den Durchlass. Die Grenzposten, überwältigt und ohne klare Befehle, öffneten schließlich die Tore an der Bornholmer Straße – dem ersten Übergang, der kurz vor Mitternacht geöffnet wurde.

Innerhalb weniger Stunden waren alle Übergänge geöffnet. Jubelnde Menschenmengen aus beiden Teilen der Stadt erklommen die Mauer am Brandenburger Tor, feierten, sangen und schlugen mit Hämmern auf den Beton ein – die berühmten „Mauerspechte“.

Die Mauer hatte 28 Jahre, 2 Monate und 27 Tage gestanden.

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