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Tunnel 28

12 Juni , 2026  

Tunnel 28 (1962), auch bekannt als Escape from East Berlin, dramatisiert die wahre Geschichte von Ost-Berlinern, die nur Monate nach dem Mauerbau einen Tunnel unter der Berliner Mauer gruben und 28 Menschen in den französischen Sektor in die Freiheit führten.

Tunnel 28 – Offizieller Trailer
Jahr1962
RegisseurRobert Siodmak
GenreDrama
SpracheEnglisch
IMDb6.3 / 10
Drehorte Wachturm Erna-Berger-Straße
Trailer ansehen

Handlung

Kurt Schröder (Don Murray) ist ein Ost-Berliner Chauffeur, der den Mauerbau und die zunehmend brutale Grenzsicherung miterlebt. Nachdem sein Freund bei einem Fluchtversuch erschossen wird, organisiert Kurt eine kleine Gruppe, die einen Tunnel von einem Ost-Berliner Keller auf die andere Seite der Mauer graben soll. Über Wochen arbeiten sie im Geheimen, müssen Stasi-Überwachung entkommen, mit Überschwemmungen und Einstürzen umgehen und Geheimhaltung bewahren, während ihre Familien in Angst warten. Der Tunnel erreicht West-Berlin, und 28 Menschen kriechen in die Freiheit, bevor er entdeckt wird.

Bezug zur Berliner Mauer

Der Film basiert direkt auf einer der frühesten und berühmtesten Tunnelfluchten nach dem Mauerbau im August 1961. Der echte Tunnel, Anfang 1962 gegraben, verlief von der Schönholzer Strasse im Osten zum Bezirk Frohnau im französischen Sektor West-Berlins. Tunnelfluchten wurden in den ersten Jahren zu einer der häufigsten Methoden, die Mauer zu überwinden, bevor tiefere Fundamente und Erkennungsgeräte sie nahezu unmöglich machten. Der Film wurde innerhalb weniger Monate nach den tatsächlichen Ereignissen gedreht, was ihm eine dokumentarische Unmittelbarkeit verleiht.

Drehorte

Der Film wurde in West-Berlin und in den Bavaria Studios in München gedreht. Regisseur Robert Siodmak, ein deutschstämmiger Filmemacher, der in den 1930er Jahren vor den Nazis geflohen war, brachte persönliches Verständnis politischer Unterdrückung in die Produktion ein. Die Mauer selbst, kaum ein Jahr alt zum Zeitpunkt der Dreharbeiten, erscheint in Aussenaufnahmen. Studiokulissen stellten die beengten unterirdischen Tunnelsequenzen mit klaustrophobischer Intensität nach.

Kulturelle Bedeutung

Nur gut ein Jahr nach dem Mauerbau veröffentlicht, war Tunnel 28 einer der ersten Filme, die eine Flucht aus Ost-Berlin dramatisierten. Er fing die rohe Verzweiflung und den Einfallsreichtum jener ersten Monate ein, als die Dauerhaftigkeit der Mauer noch nicht akzeptiert war. Der Film half dabei, Tunnelfluchten als ikonisches Element des Kalten Krieges in Berlin in der Vorstellungswelt der Öffentlichkeit zu verankern. Don Murray wurde für seine ruhige Entschlossenheit als gewöhnlicher Mann, der zu aussergewöhnlichem Handeln getrieben wird, gelobt.

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