Diese Halbtagestour führt zu zwei Wahrzeichen des Kalten Krieges am westlichen Stadtrand Berlins: dem Hügel, von dem aus die NSA den Ostblock abhörte, und der Brücke, auf der gefangene Spione an der Grenze ausgetauscht wurden. Beide Orte liegen außerhalb des Stadtzentrums und erfordern S-Bahn- und Busfahrten, doch die Anreise ist Teil des Erlebnisses – Sie fahren durch den Grunewald und entlang der Havelseen, die einst den Rand der westlichen Enklave bildeten. Planen Sie 4-5 Stunden einschließlich Anfahrt ein.
Ideal für: Fans des Kalten Krieges, Fotografen und alle, die die zentralen Orte bereits gesehen haben und tiefer eintauchen möchten. Beide Orte sind auf unserer interaktiven Karte verzeichnet.
Teufelsberg ist ein künstlicher Hügel im Grunewald, der sich 120 Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Er wurde aus rund 75 Millionen Kubikmetern Kriegstrümmern aufgeschüttet, die auf einem unvollendeten Nazi-Militärcollege abgeladen wurden, das die Alliierten nicht sprengen konnten.
1963 errichtete die NSA auf dem Gipfel eine Abhörstation, gekrönt von den markanten weißen Radarkuppeln, die noch heute kilometerweit sichtbar sind. Bis zu 1.500 Geheimdienstoffiziere überwachten rund um die Uhr den sowjetischen und Warschauer-Pakt-Militärfunkverkehr und fingen Kommunikation in bis zu 500 Kilometern Entfernung ab. Die Field Station Berlin gewann viermal die Travis Trophy der NSA als beste SIGINT-Sammelstation der Welt.
Nach der Wiedervereinigung wurden die Geräte ausgebaut und die Archive vernichtet. Heute sind die Ruinen im Rahmen von Führungen zugänglich – buchen Sie im Voraus. Die mit Street-Art bedeckten Kuppeln bieten Panoramablicke über Berlin und eine eigentümliche Atmosphäre, die Geschichte des Kalten Krieges mit postindustriellem Verfall verbindet.
Anfahrt: S7 bis Heerstraße, dann 30 Minuten zu Fuß durch den Wald (folgen Sie den Schildern zum Teufelsberg). Alternativ bringt Sie der Bus 218 ab S-Bahnhof Grunewald näher heran.
Weiter zu Station 2: S7 ab Heerstraße bis Wannsee, dann Bus 316 zur Glienicker Brücke (ca. 45 Minuten).
Die Glienicker Brücke überspannt die Havel zwischen Berlin-Wannsee und Potsdam. Während des Kalten Krieges markierte die Brückenmitte die Grenze zwischen West-Berlin und der DDR und wurde zur Bühne für die dramatischsten Gefangenenaustausche der Ära.
Am 10. Februar 1962 ging der sowjetische Spion Rudolf Abel nach Osten, während U-2-Pilot Francis Gary Powers nach Westen ging – der Austausch, der der Brücke ihren berühmten Beinamen gab und Spielbergs Film von 2015 inspirierte. Der letzte Austausch fand am 11. Februar 1986 statt, als der Dissident Anatoli Schtschарanski und drei westliche Agenten gegen fünf Ostblock-Agenten getauscht wurden. Insgesamt fanden hier Austausche mit rund 40 Personen statt.
Die weiße Mittellinie, einst die Grenze, ist noch heute auf die Straße gemalt. Gehen Sie bis zur Brückenmitte, und Sie stehen dort, wo einst die Grenze zwischen zwei Welten verlief. Die Brücke ist heute ruhig – eine Vorort-Überquerung über einen schönen See – und der Kontrast zu ihrer Geschichte macht sie so eindrucksvoll.
Informationstafeln an beiden Enden der Brücke beschreiben die Austausche und das Grenzregime. Auf der Potsdamer Seite bietet das Gelände von Schloss Glienicke (von außen einsehbar) einen angenehmen 15-minütigen Spaziergang am Wasser.