Deutschland 83/86/89 (2015-2020) ist eine deutsche Fernsehserie, die Martin Rauch folgt, einem jungen DDR-Grenzsoldaten, der von der HVA (Hauptverwaltung Aufklärung) rekrutiert und als Undercover-Agent in die Bundesrepublik geschickt wird — in den angespanntesten Jahren des Kalten Krieges.
| Jahr | 2015 |
|---|---|
| Regisseur | Anna Winger, Joerg Winger |
| Genre | TV-Serie |
| Sprache | Deutsch |
| IMDb | |
| Drehorte |
Checkpoint Charlie |
In der ersten Staffel, angesiedelt 1983, wird der 24-jährige Martin Rauch (Jonas Nay) von seinem Posten als Grenzsoldat abgezogen und mit einer neuen Identität als Adjutant eines westdeutschen Generals ausgestattet. Seine Mission: Informationen über die NATO-Nuklearstrategie während der Able-Archer-Krise sammeln, als die Welt gefährlich nahe an einen Atomkrieg geriet. Staffel zwei springt ins Jahr 1986 und findet Martin in Afrika, während die letzte Staffel ihn 1989 nach Berlin zurückbringt, als die Mauer kurz vor dem Fall steht und er sich dem Zusammenbruch von allem stellen muss, was er zu schützen ausgebildet wurde.
Die Serie ist durchdrungen vom geteilten Berlin der 1980er Jahre. Die Mauer ist sowohl physische Barriere als auch psychologische Grenze — Martin überquert sie wiederholt und lebt ein Doppelleben zwischen zwei Deutschlands. Der Checkpoint Charlie erscheint als Tor zwischen den Welten. Die letzte Staffel spielt während des Mauerfalls und zeigt die Ereignisse des November 1989 aus der Perspektive ostdeutscher Geheimdienstoffiziere, die ihre Welt zerfallen sehen. Die Serie zeigt die menschlichen Kosten der Mauer auf beiden Seiten: getrennte Familien, geprüfte Loyalitäten und durch die Grenze zerrissene Identitäten.
Die Serie wurde umfangreich in und um Berlin gedreht, sowie in Kapstadt (als Double für Angola in Staffel zwei). Berliner Drehorte umfassen erhaltene Gebäude aus der Kalten-Krieg-Ära im ehemaligen Ost-Berlin, mit sorgfältiger Rekonstruktion des geteilten Deutschlands der 1980er Jahre. Die Produktion setzte auf reale Sets und zeitgenössisch authentische Orte statt auf schwere CGI-Effekte, was der Serie ein bodenständiges, authentisches Gefühl verleiht. Brandenburger Industriegelände dienten als Kulisse für Militäreinrichtungen.
Deutschland 83 war die erste deutschsprachige Serie, die auf einem grossen US-Sender (SundanceTV) ausgestrahlt wurde, und wurde ein internationaler Erfolg, der eine Welle deutschsprachigen Qualitätsfernsehens einleitete. Die Serie wurde für ihren Soundtrack aus 1980er-Pop und ihre differenzierte Darstellung von Ostdeutschen als komplexe Individuen statt als Kalter-Krieg-Bösewichte gelobt. Jonas Nay gewann mehrere Preise für seine Darstellung. Die Serie bewies, dass die Geschichte der Berliner Mauer eine Langzeit-Fernseherzählung tragen und ein Publikum erreichen kann, das keine eigene Erinnerung an die geteilte Stadt hat.