Bornholmer Straße (2014) ist ein warmherziges, oft komisches Drama, das die Nacht des Mauerfalls aus der Sicht der verwirrten, überforderten Grenzsoldaten an genau jenem Übergang erzählt, an dem sich die Schranken zuerst öffneten.
| Jahr | 2014 |
|---|---|
| Regisseur | Christian Schwochow |
| Genre | Komödie |
| Sprache | Deutsch |
| IMDb | |
| Drehorte |
Bornholmer Straße |
Am Abend des 9. November 1989 befehligt Oberstleutnant Schäfer die Passkontrolle am Übergang Bornholmer Straße. Nachdem eine wirre Fernsehansage nahelegt, dass DDR-Bürger nun frei reisen dürften, sammelt sich eine wachsende Menge an der Schranke und fordert, durchgelassen zu werden. Ohne klare Befehle, mit widersprüchlichen Anweisungen am Telefon und einer Menschenmenge, die von Minute zu Minute anschwillt, müssen Schäfer und seine ratlosen Soldaten improvisieren. Gefangen zwischen jahrzehntelangem Training, auf Flüchtende zu schiessen, und der offensichtlichen Unmöglichkeit, Tausende von Bürgern aufzuhalten, trifft er die folgenschwere Entscheidung, die Schranke zu öffnen, und öffnet damit die Mauer Stunden früher, als irgendjemand an der Macht es beabsichtigt hatte.
Der Film dramatisiert den wichtigsten Moment in der Geschichte der Mauer an genau dem Ort, an dem er geschah. Die Bornholmer Straße war der erste Übergang, der sich in der Nacht des 9. November 1989 öffnete, und der diensthabende Offizier Harald Jäger öffnete die Schranke aus eigener Initiative. Indem der Film die Geschichte durch die Soldaten und nicht durch die feiernden Massen erzählt, fängt er die Verwirrung, die Angst und den stillen Mut der Menschen ein, die die Schranke tatsächlich heben mussten.
Der Fernsehfilm rekonstruiert den Kontrollpunkt Bornholmer Straße und die Bösebrücke über die Bahngleise, wo sich die historische Menschenmenge versammelte. Der Ort des Übergangs, nahe dem Geisterbahnhof S-Bahnhof Bornholmer Straße, ist heute durch Gedenkinstallationen markiert, die an jene Nacht erinnern.
Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls ausgestrahlt, wurde Bornholmer Straße weithin dafür gelobt, die Grenzsoldaten zu vermenschlichen, Figuren, die sonst meist als gesichtslose Vollstrecker dargestellt werden. Sein sanfter Humor und seine historische Genauigkeit machten ihn zu einer der beliebtesten deutschen Verfilmungen der Nacht, in der die Mauer fiel.