Der Spion, der aus der Kaelte kam (1965) ist ein britischer Spionagethriller nach John le Carres Bestseller von 1963. Richard Burton spielt Alec Leamas, einen desillusionierten britischen Geheimdienstoffizier, der sich bereit erklaert, als Ueberlaeufer zu posieren, um einen ostdeutschen Spionagechef zu diskreditieren.
| Jahr | 1965 |
|---|---|
| Regisseur | Martin Ritt |
| Genre | Thriller |
| Sprache | Englisch |
| IMDb | |
| Drehorte |
Checkpoint Charlie |
Nachdem er seinen letzten Agenten an der Berliner Mauer hat erschiessen sehen, wird Leamas nach London zurueckberufen und erhaelt eine letzte Mission: Er soll vortaeuschen ueberzulaufen und dem ostdeutschen Geheimdienst Desinformation zufuehren. Die Operation zielt darauf ab, Mundt, den Chef der ostdeutschen Spionageabwehr, zu diskreditieren. Doch je tiefer Leamas in die Taeuschung hineingezogen wird, desto mehr erkennt er, dass keine Seite Menschenleben schaetzt und die Menschen, die er zu schuetzen glaubte, nur Bauern in einem groesseren Spiel sind.
Der Film beginnt und endet an der Berliner Mauer, wobei der Checkpoint Charlie als Tor zwischen den Welten dient. Die Eroeffnungssequenz — Leamas wartet am Checkpoint auf einen Agenten, der es nie hinueberschaffen wird — setzt den Ton der Vergeblichkeit, der den gesamten Film durchzieht. Die Mauer fungiert nicht nur als Kulisse, sondern als Metapher fuer die moralischen Barrieren, die die Figuren von ihrer Menschlichkeit trennen. Die Schlussszene an der Mauer gehoert zu den verheerendsten Filmenden des Kalte-Krieg-Kinos.
Trotz seiner Berliner Handlung wurde der Film hauptsaechlich in England und Irland gedreht. Die Berliner Mauer und der Checkpoint Charlie wurden in den Ardmore Studios in County Wicklow, Irland, nachgebaut. Dublins Strassen dienten als Double fuer verschiedene europaeische Orte. Die strenge Schwarz-Weiss-Fotografie von Oswald Morris verleiht dem Film eine dokumentarische Qualitaet, die seine ungeschoenkte Sicht auf Spionage unterstreicht.
Der Film gilt weithin als einer der besten Spionagefilme aller Zeiten und als werkgetreue Adaption von le Carres Roman. Richard Burtons Darstellung wurde fuer einen BAFTA nominiert und praegte das Bild des desillusionierten Kalte-Krieg-Agenten. Der Film zerstoerte das glamouroese Image der Spionage, das die James-Bond-Filme etabliert hatten, und ersetzte es durch moralische Ambiguitaet und buerokratische Ruecksichtslosigkeit. Le Carre selbst hielt ihn fuer die beste Verfilmung seines Werks.