| Jahr | 1993 |
|---|---|
| Regisseur | John Schlesinger |
| Genre | Thriller |
| Sprache | Englisch |
| IMDb |
…und der Himmel steht still (The Innocent, 1993) ist John Schlesingers Kalte-Krieg-Drama, von Ian McEwan nach seinem eigenen Roman adaptiert, über einen jungen britischen Techniker, der in eine geheime Tunneloperation unter dem geteilten Berlin und in eine Liebe gerät, die in Grauen umschlägt.
1955 kommt der schüchterne englische Postingenieur Leonard Marnham (Campbell Scott) nach Berlin, um an einem geheimen britisch-amerikanischen Projekt zu arbeiten. Er wird einem Tunnel zugeteilt, der vom Westsektor in Richtung sowjetische Zone gegraben wird, um die Fernmeldeleitungen der Roten Armee anzuzapfen. Während Leonard von seinem forschen amerikanischen Kollegen Bob Glass (Anthony Hopkins) in die paranoide Welt der Spionage eingeweiht wird, verliebt er sich in Maria (Isabella Rossellini), eine ältere Deutsche. Ihre Beziehung und die geheime Operation prallen in einer plötzlichen, grausigen Krise aufeinander, die auf die Probe stellt, wie unschuldig im besetzten Berlin überhaupt jemand sein kann.
Der Film dramatisiert die reale Operation Gold, den von CIA und MI6 Mitte der 1950er Jahre unter der Sektorengrenze gegrabenen Tunnel zum Abhören sowjetischer Kabel, einige Jahre bevor die Mauer selbst errichtet wurde. Er fängt das angespannte, besetzte Berlin ein, das die Teilung hervorbrachte: eine in Sektoren zerschnittene Stadt, durchsetzt von Spionen und bereits geteilt durch eine unsichtbare Linie, die die Betonmauer bald dauerhaft machen sollte.
Schlesinger drehte in Berlin und an Sets, die das Berlin der 1950er Jahre und den engen, klaustrophobischen Spionagetunnel im Zentrum der Geschichte nachbildeten. Der historische Operation-Gold-Tunnel verlief unter dem südöstlichen Bezirk Altglienicke.
Trotz starker Romanvorlage und Besetzung erlebte der Film einen schwierigen Kinostart und gemischte Kritiken. Er bleibt vor allem als Leinwandzeugnis der Operation Gold und des besetzten Berlins vor dem Mauerbau in Erinnerung, dessen Trennlinien sich zu der Grenze verhärteten, die diese Karte dokumentiert.