| Jahr | 1988 |
|---|---|
| Regisseur | Leo Penn |
| Genre | Drama |
| Sprache | Englisch |
| IMDb | |
| Drehorte |
Flughafen Tempelhof |
Ein Richter für Berlin (Judgment in Berlin, 1988) ist ein Gerichtsdrama unter der Regie von Leo Penn, das auf der wahren Geschichte zweier DDR-Bürger beruht, die ein Flugzeug entführten, um in den Westen zu gelangen, und auf dem amerikanischen Richter, der ihre Verzweiflung gegen das Gesetz abwägen musste.
1978 zwingen Hans Detlef Tiede und ein Begleiter eine polnische Verkehrsmaschine zur Landung auf dem amerikanischen Flugplatz Tempelhof in West-Berlin, in dem Versuch, dem Osten zu entkommen. Weil das Flugzeug im US-Sektor landet, fällt der Fall an ein in Berlin einberufenes amerikanisches Gericht, und Richter Herbert Stern (Martin Sheen) wird zum Vorsitz entsandt. Während die Anklage auf eine Verurteilung drängt und die Politik des Kalten Krieges auf dem Verfahren lastet, besteht Stern auf einem fairen Prozess und einer Jury und erzwingt damit eine Auseinandersetzung darüber, was Freiheit und Gerechtigkeit für Menschen bedeuten, die aus einem ummauerten Staat fliehen. Sean Penn tritt in einer kurzen, aber entscheidenden Rolle als Zeuge auf.
Der Film dreht sich um das zentrale Dilemma, das die Mauer schuf: wie der Westen jene behandeln sollte, die das Gesetz brachen, um dem Osten zu entkommen. Die Entführung, die Landung in Tempelhof und das ungewöhnliche amerikanische Gericht im besetzten Berlin gehen alle unmittelbar aus dem geteilten Status der Stadt und den Mitteln hervor, zu denen Menschen griffen, um die Grenze zu überwinden.
Die Produktion rekonstruierte das Gerichtsverfahren und das geteilte Berlin der späten 1970er Jahre. Der Flughafen Tempelhof, auf dem das entführte Flugzeug niederging, ist einer der für die Geschichte des Kalten Krieges in der Stadt zentralen Flugplätze.
Auf Richter Sterns eigenem Bericht über den realen Prozess beruhend, ist der Film eine nüchterne Dramatisierung einer wenig bekannten juristischen Episode der Teilung. Er ist ein Zeugnis dafür, wie der Druck der Mauer bis in die Gerichtssäle der Besatzungsmächte reichte.