Wo Kolibris schwimmen: Ostsee-Fluchten in der Gedenkstätte Berliner Mauer

Aktuelles

Wo Kolibris schwimmen: Ostsee-Fluchten in der Gedenkstätte Berliner Mauer

14 Aug. , 2026  

Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße zeigt eine Sonderausstellung zu einem Teil der Fluchtgeschichte, der in den Reiseführern kaum vorkommt: den Menschen, die die DDR über die Ostsee verlassen wollten.

Wo Kolibris schwimmen verbindet Arbeiten der Künstlerin Marie Jeschke mit historischen Objekten aus der Sammlung der Stiftung Berliner Mauer. Die Ausstellung wurde am 24. Juni 2026 eröffnet und läuft bis zum 20. September 2026.

Die andere Grenze

In Berlin wurde die Grenze zu Architektur, und genau dieses Bild haben fast alle vor Augen, wenn sie an Flucht aus der DDR denken. Aber auch der Norden des Landes war Grenze. Die Ostseeküste war bewacht, von Türmen aus einsehbar und nachts ausgeleuchtet. Wer dort hinaus wollte, hatte offenes Wasser vor sich, Kälte und Stunden in der Dunkelheit statt eines Sprints auf eine Mauer.

Diese Versuche sind im öffentlichen Gedächtnis deutlich weniger präsent als die Tunnel und Kontrollpunkte in Berlin. Das ist ein wesentlicher Grund, sie ausgerechnet in der Gedenkstätte zu zeigen, mitten in der Stadt, deren Grenze ohnehin jeder kennt.

Besuch

Der Eintritt in die Gedenkstätte Berliner Mauer ist frei. Das Außengelände an der Bernauer Straße ist Montag bis Sonntag von 8 bis 22 Uhr zugänglich, das Dokumentationszentrum und das Besucherzentrum sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der letzte Aufstieg auf den Aussichtsturm ist um 17.45 Uhr.

Die Gedenkstätte ist der zentrale Ort des gesamten Areals an der Bernauer Straße und liegt auf unserer interaktiven Karte, zusammen mit dem Wachturm, der Kapelle und dem erhaltenen Stück Grenzstreifen. Wer wegen der Ausstellung kommt, sollte Zeit für das Außengelände einplanen.

Die Ausstellung endet am 20. September 2026.

Teilen: